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Mausi kommt raus

Vielleicht hast du dir erst vor kurzem eingestanden, dass du auf Frauen stehst oder vielleicht hast du schon seit längerem eine Freundin. Vielleicht hast du sie einfach mit nach Hause zu deinen Eltern gebracht. Oder du hast dich deiner Familie mit einem „Ich muss euch was sagen, ich bin lesbisch“ offenbart. Oder du hast es bis jetzt noch gar niemandem erzählt.

Sich selbst über die eigenen Gefühle klar zu werden, ist manchmal schon nicht einfach. Noch schwieriger kann es sein, den Freund_innen oder der Familie davon zu erzählen. Die eigene lesbische, bisexuelle Lebensweise oder seine Transidentität öffentlich zu machen, nennt man Coming-out. Wörtlich übersetzt heißt das „herauskommen“.
Wie ein Coming-out abläuft, kann ganz unterschiedlich sein. Am Anfang steht manchmal besagter Satz, oder erstmal ein Gespräch unter vier Augen mit der besten Freundin, um zu sehen, was sie denn so über Lesben denkt, oder ein Aufkleber auf dem Fahrrad „Ich bremse auch für Männer“.
Vielleicht fragst du dich auch, was geht das denn überhaupt jemanden Anderen an? Ist das nicht meine Privatsache? Muss ich immer allen davon erzählen?
Du kannst dir aussuchen wem und was du erzählst, nicht alle müssen alles wissen. Manchmal kann es erleichternd sein, es endlich gesagt zu haben, manchmal gibt es hinterher Getuschel an der Schule. Manche erzählen ihren Eltern erst davon, wenn sie schon ausgezogen sind, weil sie dann nicht mehr rausgeschmissen werden können.
Bei all den Fragen rund ums Coming-out kann es hilfreich sein, sich mit Anderen auszutauschen, denen es genauso geht. Das kann zum Beispiel im Jule-Treff sein. Oder du willst mit jemandem sprechen, die sich gut auskennt, dann kannst du auch einen Chatberatungstermin mit einer JuLe Mitarbeiterin oder einen Termin mit einer Mitarbeiter_in* der Lesbenberatung ausmachen. Wenn du mehr zum Coming-out lesen möchtest, dann komm vorbei, um dir die Broschüre „Alles bleibt anders - das lesbische Coming-out“ abzuholen oder ruf an, wenn du zu weit weg wohnst, um selbst in der Kulmer Straße vorbeizuschauen.

 

*Wir benutzen diese Schreibweise um aufzuzeigen, dass es mehr als zwei Geschlechtsidentitäten gibt. Der Unterstrich bietet Raum für selbst gewählte Identitäten, für mehr als nur männlich und weiblich.

Die Lesbenberatung hat ein vielfältiges Team, in dem Menschen mit unterschiedlichen Identitäten arbeiten!

Quelle: http://www.youngandlesbian.de